Seit wir uns als Einkaufsgemeinschaft für Holzpellets auch für die Wiederaufforstung engagieren, erreichen mich durchaus auch komplizierte Fragen. „Ist die natürliche Waldregeneration nicht viel nachhaltiger als die gezielte Wiederaufforstung?“ – wollten manche im Kontext unserer Spendenaktion wissen. Neumitglieder, die z.B. gerade ein Haus mit Pelletsheizung gekauft haben, fragen mich gelegentlich sogar, ob es überhaupt „ökologisch vertretbar“ sei, mit Pellets zu heizen. Höchste Zeit also für ein Experten-Interview.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. h.c. Dietrich Borchardt (Foto), durfte ich diese Fragen jüngst diskutieren. Dietrich Borchardt ist Hydrobiologe, Leitender Wissenschaftler und Berater für den Vorstand des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung-UFZ, Sprecher der Helmholtz-Themenkampagne „Wassersicherheit für Mensch und Umwelt im 21. Jahrhundert“ und als Seniorprofessor an der TU Dresden gewiss einer der renommiertesten Umweltwissenschaftler unseres Landes. Und als Privatperson seit Gründung Mitglied unserer Einkaufsgemeinschaft für Holzpellets.
Herr Borchardt, die unter uns Pelletheizern „ketzerische“ Frage: Ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, ist das Heizen mit Holzpellets überhaupt nachhaltig bzw. ökologisch korrekt?
Der Begriff Nachhaltigkeit wurde sogar in der Forstwirtschaft erfunden. Bereits 1713 beschreibt Hans Carl von Carlowitz, königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Kammer- und Bergrat, dies als Balance, aus den produktiven Kreisläufen der Natur nicht mehr zu entnehmen, als durch Säen und Pflanzen nachwächst. Das Prinzip gilt sowohl für die Forstwirtschaft wie für die Wasserwirtschaft, die beide Holz und Wasser in einem ausgewogenen regionalen Kreislauf schon immer für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung genutzt haben und dies auch weiterhin anstreben. Wenn man nicht mehr entnimmt, als entsteht oder nachgeliefert wird, kann daraus ein nachhaltiger bioökonomischer Kreislauf werden, in dem Wasser und Holz nicht verbraucht, sondern ihr nutzbringender Wert lediglich gebraucht wird. Gerade das deutsche System der kommunalen Wasserversorgung ist in Sachen Versorgungssicherheit und Trinkwasser-Qualität ein besonders gelungenes Beispiel dafür.
Die Wertschöpfungskette vom Baum bis zu den Pellets in unserem Lager ist schon mit Blick auf die zwei Millionen Waldeigentümer vielfach komplexer. Anfangs waren wir wenigen Holzpellets-Heizer der Beachtung des Marktes kaum wert – und es gab auch noch genug nahe Sägewerke und Möbelfabriken, deren Sägemehl und Schnittreste die geringe Nachfrage leicht bedienten. Die Situation hat sich binnen 20 Jahren komplett geändert: Heute ist die – ich betone: regionale – Pellets-Produktion ein bedeutender Verwerter des in unseren Mittelgebirgswäldern im Überfluss anfallenden Kalamitätsholzes.
Und um ihre Frage zu beantworten: Im Sinne der von mir beschriebenen Bioökonomie, halte ich das Heizen mit Holzpellets aus regionalen Wertschöpfungsketten für ökologisch und ökonomisch nachhaltig.
Was hat es mit dem Begriff „Kalamitätsholz“ auf sich? Wer nicht so im Thema ist, wird das Wort vielleicht zum ersten Mal hören.
Infolge der seit 2018 anhaltenden Dürreperiode sind viele in der Nachkriegszeit angelegten Fichten-Plantagen flächendeckend abgestorben. Dieses Holz ist zudem oft so stark vom Borkenkäfer und Sekundärschädlingen befallen, dass es mangels Tragfähigkeit nicht einmal als Bauholz taugt. Dann spricht man von „Kalamitätsholz“. Derzeit haben wir in Deutschland mehr als 500.000 Hektar solcher Kalamitätsflächen, die aufgrund der Waldschäden in den nächsten Jahren wiederbewaldet werden müssen, das ist die doppelte Größe des Saarlandes. Kalamitätsholz als Basis-Rohstoff für die nachhaltige, regionale Pellets-Produktion wird uns – so bedauerlich das Waldsterben auch ist – so schnell nicht ausgehen.
Wiederaufforsten oder der Natur ihren Lauf lassen? Was meinen Sie?
Leider führt die „natürliche Sukzession“, also der Natur ihren Lauf zu lassen, im Forst nicht automatisch zu widerstandsfähigen, resilienten Wäldern. Dafür ist der Anpassungsdruck durch den Klimawandel bereits zu groß. Zudem: Wo 60 Jahre Fichten-Plantagen standen, werden ohne aktive Wiederbewaldung kaum von alleine an künftige Dürren angepasste, ertragreiche Mischwälder entstehen.
Im Einzelfall mag das gelingen. Angesichts der riesigen Flächen – 30% der Fläche in Deutschland sind Wald – und der Bedeutung der Forstwirtschaft bei der notwendigen Klimaanpassung, halte ich eine aktive Wiederbewaldung mit Augenmaß auf diesen Flächen für den richtigen Weg. Und auch mit Blick auf den naturnahen Wasserhaushalt – mein Forschungsgebiet – sind gesunde Wälder von zentraler Bedeutung.
Bitte erläutern Sie den Zusammenhang von Wald und Wasserversorgung.
Wasser, genauer Trinkwasser, wird bei zunehmenden Dürreperioden zu einer der Schlüsselressourcen des 21. Jahrhunderts. Dasselbe gilt für das Beherrschen der immer häufigeren regionalen Starkregen. Daher sollten wir den Wasserkreislauf klimaangepasst nutzen und schützen.
Gesunde Wälder halten Wasser nicht nur in der Vegetation und als Bodenfeuchte zurück und unterstützen damit die kontinuierliche Grundwasserneubildung. Wälder binden bereits im Aufwuchs bei der Photosynthese erhebliche Mengen CO2 und verdunsten dabei Wasser und Sauerstoff – wir Hydrologen nennen das „grünen Wasserfluss“. Nur was Böden und Vegetation, gerade nach lokalen Starkregen, nicht halten können, fließt zwangsläufig und im Einzelfall mit fatalen Folgen als Hochwasser über die Oberflächenwasser ab.
Im Ahrtal hat das – wohlgemerkt innerhalb einer Dürre-Periode – nicht nur zu vielen Opfern und menschlichem Leid, sondern auch zu mehr als 35 Milliarden Euro monetären Schaden geführt, die von Privatpersonen, Versicherungen und der Allgemeinheit getragen werden müssen. Gerade diese Flutkatastrophe hat wieder gezeigt, dass man nicht erst handeln darf, wenn die Krise da ist.
Herr Borchardt, Sie fordern „Wassermündigkeit“. Was soll das sein?
Es ist wie bei allem, was uns zu einem relativ geringen Preis jederzeit verfügbar ist – und uns deswegen selbstverständlich erscheint. Daher fehlt vielen das Bewusstsein, dass Trinkwasser ein wertvolles Nahrungsmittel ist. Selbst meine Studenten in den ersten Semestern wissen in der Regel nicht, wieviel Trinkwasser sie täglich gebrauchen, noch wie sich dieser Verbrauch im Alltag zusammensetzt, noch was sie dafür bezahlen.
Unser Wasser geht dabei ja nicht verloren, wir verbrauchen es nicht, wir gebrauchen es. Es fließt als Dienstleistung unseres kommunalen Wasserversorgers in Trinkwasserqualität durch unsere Wasseruhr und verlässt uns als Schmutzwasser in die Kanalisation. Bei diesem Gebrauch verschmutzen wir das Wasser, mit Fäkalien natürlich, aber auch mit waschaktiven Substanzen (Tensiden) beim Duschen oder im Geschirrspüler, mit Haushaltsreinigern, mit Farbresten, mit Mikroplastik, mit Medikamenten, die Liste ist endlos. Und natürlich verschmutzen andere, andernorts ihr Wasser, wenn sie für uns Konsumprodukte herstellen, beim Transport zu uns sowie bei der Entsorgung unserer Abfälle. Auch die Nahrungsmittelproduktion in Landwirtschaft, dem verarbeitenden Gewerbe und der Nahrungsmittelindustrie ist auf das engste mit Wassergebrauch verbunden. Das durch unseren täglichen Gebrauch im Haushalt verschmutzte Abwasser jedenfalls muss und wird von den kommunalen Entsorgern lokal geklärt und danach dem Wasserhaushalt wieder zugeführt. Das ist vorbildlich, aber hat auch seinen Preis, wie jeder auf der Wasser- und Abwasserrechnung sehen kann.
Wären wir uns dieses bioökonomischen Kreislaufs zu unser aller Nutzen bewusster – das verstehe ich unter Wassermündigkeit – würden wir unserem Trinkwasser den Stellenwert einräumen, den es längst verdient. Und niemand käme mehr auf die Idee, Chemikalien, Spritzmittel- oder Farbreste in die Kanalisation oder Medikamente einfach so in der Toilette zu entsorgen. Dann brächten wir die Reste zum Schadstoffmobil und die abgelaufenen Medikamente zurück in die Apotheke. Oder würden eben keine Nahrungsmittel konsumieren, die aus Sicht des Wasserkreislaufs nicht nachhaltig produziert worden sind.
Herr Borchardt, ich danke Ihnen im Namen unserer Mitglieder für dieses interessante Gespräch.
Wer nach diesem Interview mehr über Prof. Borchardts wissenschaftliches Feld, die Hydrobiologie, erfahren will, dem empfehle ich zum Einstieg den via YouTube zugänglichen Vortrag „Wasser-Ressourcen im Zeichen des Klimawandels“, den Prof. Borchardt im Rahmen der Reihe Wissenschaft für jedermann im November 2024 im Auditorium des Deutschen Museum hielt.
https://www.youtube.com/watch?v=rZ6zlugtPuY
Das Heizen mit Holzpellets aus regionalen Wertschöpfungsketten ist ökologisch und ökonomisch nachhaltig
/von Martin SchulerSeit wir uns als Einkaufsgemeinschaft für Holzpellets auch für die Wiederaufforstung engagieren, erreichen mich durchaus auch komplizierte Fragen. „Ist die natürliche Waldregeneration nicht viel nachhaltiger als die gezielte Wiederaufforstung?“ – wollten manche im Kontext unserer Spendenaktion wissen. Neumitglieder, die z.B. gerade ein Haus mit Pelletsheizung gekauft haben, fragen mich gelegentlich sogar, ob es überhaupt „ökologisch vertretbar“ sei, mit Pellets zu heizen. Höchste Zeit also für ein Experten-Interview.
Herr Borchardt, die unter uns Pelletheizern „ketzerische“ Frage: Ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, ist das Heizen mit Holzpellets überhaupt nachhaltig bzw. ökologisch korrekt?
Der Begriff Nachhaltigkeit wurde sogar in der Forstwirtschaft erfunden. Bereits 1713 beschreibt Hans Carl von Carlowitz, königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Kammer- und Bergrat, dies als Balance, aus den produktiven Kreisläufen der Natur nicht mehr zu entnehmen, als durch Säen und Pflanzen nachwächst. Das Prinzip gilt sowohl für die Forstwirtschaft wie für die Wasserwirtschaft, die beide Holz und Wasser in einem ausgewogenen regionalen Kreislauf schon immer für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung genutzt haben und dies auch weiterhin anstreben. Wenn man nicht mehr entnimmt, als entsteht oder nachgeliefert wird, kann daraus ein nachhaltiger bioökonomischer Kreislauf werden, in dem Wasser und Holz nicht verbraucht, sondern ihr nutzbringender Wert lediglich gebraucht wird. Gerade das deutsche System der kommunalen Wasserversorgung ist in Sachen Versorgungssicherheit und Trinkwasser-Qualität ein besonders gelungenes Beispiel dafür.
Die Wertschöpfungskette vom Baum bis zu den Pellets in unserem Lager ist schon mit Blick auf die zwei Millionen Waldeigentümer vielfach komplexer. Anfangs waren wir wenigen Holzpellets-Heizer der Beachtung des Marktes kaum wert – und es gab auch noch genug nahe Sägewerke und Möbelfabriken, deren Sägemehl und Schnittreste die geringe Nachfrage leicht bedienten. Die Situation hat sich binnen 20 Jahren komplett geändert: Heute ist die – ich betone: regionale – Pellets-Produktion ein bedeutender Verwerter des in unseren Mittelgebirgswäldern im Überfluss anfallenden Kalamitätsholzes.
Und um ihre Frage zu beantworten: Im Sinne der von mir beschriebenen Bioökonomie, halte ich das Heizen mit Holzpellets aus regionalen Wertschöpfungsketten für ökologisch und ökonomisch nachhaltig.
Was hat es mit dem Begriff „Kalamitätsholz“ auf sich? Wer nicht so im Thema ist, wird das Wort vielleicht zum ersten Mal hören.
Infolge der seit 2018 anhaltenden Dürreperiode sind viele in der Nachkriegszeit angelegten Fichten-Plantagen flächendeckend abgestorben. Dieses Holz ist zudem oft so stark vom Borkenkäfer und Sekundärschädlingen befallen, dass es mangels Tragfähigkeit nicht einmal als Bauholz taugt. Dann spricht man von „Kalamitätsholz“. Derzeit haben wir in Deutschland mehr als 500.000 Hektar solcher Kalamitätsflächen, die aufgrund der Waldschäden in den nächsten Jahren wiederbewaldet werden müssen, das ist die doppelte Größe des Saarlandes. Kalamitätsholz als Basis-Rohstoff für die nachhaltige, regionale Pellets-Produktion wird uns – so bedauerlich das Waldsterben auch ist – so schnell nicht ausgehen.
Wiederaufforsten oder der Natur ihren Lauf lassen? Was meinen Sie?
Leider führt die „natürliche Sukzession“, also der Natur ihren Lauf zu lassen, im Forst nicht automatisch zu widerstandsfähigen, resilienten Wäldern. Dafür ist der Anpassungsdruck durch den Klimawandel bereits zu groß. Zudem: Wo 60 Jahre Fichten-Plantagen standen, werden ohne aktive Wiederbewaldung kaum von alleine an künftige Dürren angepasste, ertragreiche Mischwälder entstehen.
Im Einzelfall mag das gelingen. Angesichts der riesigen Flächen – 30% der Fläche in Deutschland sind Wald – und der Bedeutung der Forstwirtschaft bei der notwendigen Klimaanpassung, halte ich eine aktive Wiederbewaldung mit Augenmaß auf diesen Flächen für den richtigen Weg. Und auch mit Blick auf den naturnahen Wasserhaushalt – mein Forschungsgebiet – sind gesunde Wälder von zentraler Bedeutung.
Bitte erläutern Sie den Zusammenhang von Wald und Wasserversorgung.
Wasser, genauer Trinkwasser, wird bei zunehmenden Dürreperioden zu einer der Schlüsselressourcen des 21. Jahrhunderts. Dasselbe gilt für das Beherrschen der immer häufigeren regionalen Starkregen. Daher sollten wir den Wasserkreislauf klimaangepasst nutzen und schützen.
Gesunde Wälder halten Wasser nicht nur in der Vegetation und als Bodenfeuchte zurück und unterstützen damit die kontinuierliche Grundwasserneubildung. Wälder binden bereits im Aufwuchs bei der Photosynthese erhebliche Mengen CO2 und verdunsten dabei Wasser und Sauerstoff – wir Hydrologen nennen das „grünen Wasserfluss“. Nur was Böden und Vegetation, gerade nach lokalen Starkregen, nicht halten können, fließt zwangsläufig und im Einzelfall mit fatalen Folgen als Hochwasser über die Oberflächenwasser ab.
Im Ahrtal hat das – wohlgemerkt innerhalb einer Dürre-Periode – nicht nur zu vielen Opfern und menschlichem Leid, sondern auch zu mehr als 35 Milliarden Euro monetären Schaden geführt, die von Privatpersonen, Versicherungen und der Allgemeinheit getragen werden müssen. Gerade diese Flutkatastrophe hat wieder gezeigt, dass man nicht erst handeln darf, wenn die Krise da ist.
Herr Borchardt, Sie fordern „Wassermündigkeit“. Was soll das sein?
Es ist wie bei allem, was uns zu einem relativ geringen Preis jederzeit verfügbar ist – und uns deswegen selbstverständlich erscheint. Daher fehlt vielen das Bewusstsein, dass Trinkwasser ein wertvolles Nahrungsmittel ist. Selbst meine Studenten in den ersten Semestern wissen in der Regel nicht, wieviel Trinkwasser sie täglich gebrauchen, noch wie sich dieser Verbrauch im Alltag zusammensetzt, noch was sie dafür bezahlen.
Unser Wasser geht dabei ja nicht verloren, wir verbrauchen es nicht, wir gebrauchen es. Es fließt als Dienstleistung unseres kommunalen Wasserversorgers in Trinkwasserqualität durch unsere Wasseruhr und verlässt uns als Schmutzwasser in die Kanalisation. Bei diesem Gebrauch verschmutzen wir das Wasser, mit Fäkalien natürlich, aber auch mit waschaktiven Substanzen (Tensiden) beim Duschen oder im Geschirrspüler, mit Haushaltsreinigern, mit Farbresten, mit Mikroplastik, mit Medikamenten, die Liste ist endlos. Und natürlich verschmutzen andere, andernorts ihr Wasser, wenn sie für uns Konsumprodukte herstellen, beim Transport zu uns sowie bei der Entsorgung unserer Abfälle. Auch die Nahrungsmittelproduktion in Landwirtschaft, dem verarbeitenden Gewerbe und der Nahrungsmittelindustrie ist auf das engste mit Wassergebrauch verbunden. Das durch unseren täglichen Gebrauch im Haushalt verschmutzte Abwasser jedenfalls muss und wird von den kommunalen Entsorgern lokal geklärt und danach dem Wasserhaushalt wieder zugeführt. Das ist vorbildlich, aber hat auch seinen Preis, wie jeder auf der Wasser- und Abwasserrechnung sehen kann.
Wären wir uns dieses bioökonomischen Kreislaufs zu unser aller Nutzen bewusster – das verstehe ich unter Wassermündigkeit – würden wir unserem Trinkwasser den Stellenwert einräumen, den es längst verdient. Und niemand käme mehr auf die Idee, Chemikalien, Spritzmittel- oder Farbreste in die Kanalisation oder Medikamente einfach so in der Toilette zu entsorgen. Dann brächten wir die Reste zum Schadstoffmobil und die abgelaufenen Medikamente zurück in die Apotheke. Oder würden eben keine Nahrungsmittel konsumieren, die aus Sicht des Wasserkreislaufs nicht nachhaltig produziert worden sind.
Herr Borchardt, ich danke Ihnen im Namen unserer Mitglieder für dieses interessante Gespräch.
Wer nach diesem Interview mehr über Prof. Borchardts wissenschaftliches Feld, die Hydrobiologie, erfahren will, dem empfehle ich zum Einstieg den via YouTube zugänglichen Vortrag „Wasser-Ressourcen im Zeichen des Klimawandels“, den Prof. Borchardt im Rahmen der Reihe Wissenschaft für jedermann im November 2024 im Auditorium des Deutschen Museum hielt.
https://www.youtube.com/watch?v=rZ6zlugtPuY
Mit dem Förster zur Ernte
/von Martin SchulerHarvester erntet Kalamitätsholz im Wald bei WK-Hasselbach
Nachhaltige, transparent nachvollziehbare, im Idealfall auch noch regionale Wertschöpfungsketten, sind in unserer globalisierten Welt mittlerweile die Ausnahme. Daher erfüllt es mich mit einigem Stolz, dass wir gemeinsam – ja, Sie und ich – über unsere eigentlich langweilige Einkaufsgemeinschaft für Holzpellets – genau DAS befördern können: praktische Nachhaltigkeit, verantwortungsbewusste Forstwirtschaft, tatsächlich regionale Pellet-Produktion nach höchsten Maßstäben, Wiederaufforstung und, das darf man nicht vergessen: Wohnortnahe Arbeitsplätze und Gewinne für ortsansässige Industrie- und Gewerbebetriebe, deren Gewerbesteuer unsere öffentliche Infrastruktur erhält.
Wenn Sie mich also am Telefon oder via Mail fragen, ob „unsere“ Pellets denn tatsächlich aus UNSERER Region stammen, oder gar WO denn die Bäume gewachsen sind, kann ich das guten Gewissens nur dann wahrheitsgemäß beantworten, wenn ich selbst gelegentlich die Fakten checken gehe und im Bild dokumentiere. Konkret: Bäume im Kaufunger Wald pflanze, mit Ihnen gemeinsam ins Pelletwerk fahre – oder eben wie vor ein paar Wochen mit Förster Joachim Gröll in den Hasselbächer Wald.
Dort erntete der freiberufliche Holzrücker Thomas Fornoff mit seinem Harvester abgestorbene Fichten, die in absehbarer Zeit in „unsere“ Pellets finden werden. Das von Dürre, Sturm und Borkenkäfer geschädigte Fichtenholz, der Fachbegriff ist „Kalamitätsholz“, ist in der Regel sogar für Bauholz oder Paletten zu schlecht. Dieses Kalamitätsholz bildet mit ca. 70% der Masse die Grundlage unserer Pellets. Hinzu kommen Sägewerksabfälle, sprich Schnittreste, nicht verwertbares Krummholz und Sägemehl.
Gemeinsam zum Werksbesuch in Warburg-Hohenwepel
/von Martin SchulerFast 30 Mitglieder unserer Holzpellets-Einkaufsgemeinschaft fanden anlässlich der Werksbesichtigung bei „Börde-Pellets“ nach Warburg-Hohenwepel. Ganz links: Juniochef Joris Freytag und Disponentin Diana Behler.
Mitte August 2025 hatte uns die Fa. Freytag zur Besichtigung in ihr Pelletwerk nach Warburg-Hohenwepel eingeladen. Dort produziert das Familienunternehmen jährlich rund 40.000 Tonnen erstklassige „Börde Pellets“, die sich auch bei unseren Mitgliedern großer Beliebtheit erfreuen. Juniorchef Joris Freytag. seine Gattin Mona sowie Diana Behler von der Disposition freuten sich sehr, fast 30 interessierte Mitglieder unserer Einkaufsgemeinschaft begrüßen zu dürfen.
Wie die Börde-Pellets produziert werden
Auf dem informativen Rundgang erläuterte Joris Freytag die gesamte Wertschöpfungskette, vom Einkauf des Stammholzes, über den Produktionsprozess bis zu beeindruckend riesigen Matrize, aus der die Pellets am Ende wie aus einer riesigen Krautmaschine purzeln. Dank der anschließenden Rüttelstraße finden die Pellets maximal staubfrei ins vorläufige Pelletslager. Von dort werden die Pellets in die Lieferfahrzeuge gepumpt und an die Kunden ausgeliefert.
Nachhaltige Produktion und möglichst viel Eigenstrom
Derzeit wird im Warburger Pelletwerk noch immer über 70% sogenanntes Kalamitätsholz aus regionalem Wald verarbeitet. Konkret also vorwiegend minderwertige Fichten, die infolge von Trockenheit, Schädlingsbefall und Sturmschäden nicht einmal mehr für Bauholz taugen. Das Stammholz wir in einem riesigen „Schredder“ gehäckselt, mit PV-Eigenstrom getrocknet und gemeinsam mit Sägemehl zu den beliebten Holzpresslingen weiterverarbeitet. Damit dem Werk auch in der Zukunft das Holz nicht ausgeht, hat sich das Unternehmen zukünftige Kontingente gesichert und arbeitet langfristig mit vielen privaten Waldbesitzern und Förstern zusammen. Zudem unterstützt die Fa. Freytag sinnvolle Wiederaufforstungs-Initiativen wie jüngst gemeinsam mit der Holzpellets-Einkaufsgemeinschaft im Kaufunger Wald.
Elektro-Sattelzug aus nächster Nähe
Weiterer Höhepunkt des Werksbesuchs war gewiss der neueste Elektro-Sattelzug, der nach zwei Jahren Wartezeit endlich geliefert wurde und in den nächsten Wochen als zweites vollelektrisches Pellet-Lieferfahrzeug in die Fahrzeugflotte eingegliedert wird. Die Gelegenheit, sich auf den Fahrersitz dieses nagelneuen LKW zu schwingen, ließ sich manch Werksbesucher an diesem Tag nicht entgehen.
Fragen und Häppchen zum Finale
Zur finalen Fragerunde wurden Kaffee, Kaltgetränke und Häppchen gereicht und es ergab sich Gelegenheit zu Nachfragen und zum Austausch. Im Namen unserer Einkaufsgemeinschaft dankte ich der Fa. Freytag für die informative Werksbesichtigung und die freundliche Bewirtung.
mas/17.8.2025
Wiederaufforstung im Kaufunger Wald
/von Martin SchulerWiederaufforstung im östlichen Kaufunger Wald oberhalb von Hundelshausen. Foto: Jürgen Gerstenberg.
Baumpflanzaktion im Kaufunger Wald
Pelletsheizer und Imker spenden für die Wiederaufforstung
Im vergangenen Jahr trommelte Martin Schuler als Koordinator der Holzpellets-Einkaufsgemeinschaft Nordhessen und Vereinsvorsitzender der Imker am Hohen Meißner um Spenden für die Wiederaufforstung im östlichen Kaufunger Wald. Denn auch dort hat das Fichtensterben der vergangenen Jahre viele Hanglagen in Brachflächen verwandelt. Die Spendensumme wurde vom Warburger Pellet-Hersteller Freytag („Börde Pellets“) am Ende auf 3.000 EUR aufgerundet. Vergangenen Samstag wurde die zweckgebundene Spendensumme im Rahmen einer praktischen Baumpflanzaktion an die Waldbesitzer in Witzenhausen-Hundelshausen übergeben. Von der Spende werden derzeit insgesamt rund 1.000 Eichen- und Küstentannen-Setzlinge gepflanzt.
Norbert Sauer, Vorsitzender der Hundelshäuser Waldbesitzer, freute sich, neben vielen fleißigen Helfern auch Martin Schuler und Stephan Arpke vom Imkerverein am Hohen Meißner und Mona und Joris Freytag aus Warburg begrüßen zu können. Dem Dank an alle Spender folgte eine kurze Einweisung in die geplante Waldarbeit und schon ging es in den Wald.
Zu aller Glück war die vorgesehene Fläche schon von fleißigen Mitarbeitern von Hessen Forst vorbereitet worden. Denn Bäume in steiniger Hanglage zu pflanzen ist ohne Zweifel harte Arbeit. Allerdings war die Stimmung prima und bei bestem Frühlingswetter und phantastischer Aussicht ging die Arbeit flott von der Hand.
Selbstredend macht Waldarbeit hungrig und durstig und so ging es im Anschluss zu einer ordentlichen Vesper ins Dorfgemeinschaftshaus. Dort beschrieb Joris Freytag den Waldbesitzern die komplexe Weiterverarbeitung des Hundelshäuser Langholzes im Warburger Pelletwerk. Dem diesjährigen Werksbesuch der Pelletsheizer, so wurde vereinbart, werden sich auch interessierte Waldbesitzer anschließen können.
Firma Freytag liefert Pellets mit vollelektrischem Lieferfahrzeug
/von Martin SchulerFirma Freytag liefert Pellets mit vollelektrischem Lieferfahrzeug
Glückliche Kunden dank schneller Belieferung. Fahrer Alex R. (Börde Pellets) mit Alex und Rüdiger Rath vor dem neuen vollelektrischen, flüsterleisen Pellets Sattelzug der Jürgen Freytag GmbH & Co. KG, Warburg. Foto: Schuler.
Gute Nachrichten für Pelletheizer. Die Jürgen Freytag GmbH & Co. KG aus Warburg hat in die Zukunft investiert und einen ersten E-Sattelzug angeschafft. Seit Anfang Dezember 2024 wird ein Teil der in Hohenwepel produzierten „Börde-Pellets“ regelmäßig mit einem vollelektrischen, kaum hörbaren LKW ausgeliefert. Die Volvo Sattelzugmaschine, 2024 als erster Elektro-LKW als „International Truck of the Year“ ausgezeichnet, verfügt über eine 540kw Batterie und hat, je nach Beladung, eine Reichweite über 350 km.
Eine herausfordernde Investition, denn noch liegt die Reichweite der elektrischen Sattelzüge unter der vergleichbarer Diesel-Zugmaschinen. Und dass es in einem Deutschland auf dem Weg zur Dekarbonisierung, nach wie vor kaum für E-Sattelzüge geeignete Ladestationen gibt, verkompliziert in jedem Fall die Umsetzung.
Der Elektro-LKW der Firma Freytag kehrt hingegen nach beendeter Auslieferungstour zum Betriebsstandort in Warburg-Hohenwepel zurück. Dort lädt er Pellets für die nächste Tour und über Nacht Eigenstrom aus der Photovoltaik-Anlage oder dem mit eigenen Pellets betriebenen Blockheizkraftwerk. So wird in der gesamten Produktionskette – von der eigenen Pellets-Produktion bis zur Auslieferung an den Kunden – nun zu 95% mit nachhaltigen Materialien gearbeitet. So stehen nicht nur die Holzpellets als Produkt, sondern auch der der neue E-Sattelzug als Auslieferungsfahrzeug, hinsichtlich der Umweltbilanz bestens da.
“Wir sind ein innovatives Familienunternehmen, das haben wir schon mit dem Aufbau des Pellets Werkes bewiesen. Der neue E-LKW, der erste von zwei bestellten emissionsfreien Sattelzügen, ist ein weiterer Schritt nach vorne“, erklärt Juniorchef Joris Freytag. „Und dass wir unsere erstklassigen, selbstproduzierten Börde Pellets jetzt auch noch emissionsfrei ausliefern, kommt bei unseren Privatkunden gut an.“
Auf Tour für die Einkaufsgemeinschaft
Eine Einladung zur Mitfahrt auf dem vollelektrischen Sattelzug konnte ich als Koordinator unserer Pellets Einkaufsgemeinschaft daher auf keinen Fall ausschlagen. Und so begann mein Tag kürzlich mit dem Einblasen der bestellten Holzpellets bei Familie Jung in Kassel-Wilhelmshöhe. Die Schläuche liegen bereits, gerade hat der Tankvorgang begonnen. Ich beobachte aufmerksam die Anzeigen der Steuerkonsole. Bei 0,3 bar Einblasdruck rieseln die Pellets leise Richtung Pelletslager. Solange der LKW steht, ist alles wie immer.
Alles auf einen Blick: Einblasdruck und Warengewicht maximal transparent am Lieferfahrzeug.
Dass der neue Sattelzug ein ganz anderes Fahrzeug ist, als ein in die Jahre gekommener Diesel, ist sofort klar. Leise und kraftvoll beschleunigt der Sattelzug – immerhin noch mit 20to Pellets beladen – auch bergan. Gefühlt zwei Meter über dem restlichen Verkehr gleiten wir auf der Autobahn Richtung Gudensberg dahin. Was Alex für ein phantastischer Fahrer ist, zeigt sich bereits im nächsten Wohngebiet: Dem Navi ist im Detail nicht zu trauen, ein 30to Pellets-Lieferfahrzeug ist schlicht noch einmal einen Meter höher und 5 Meter länger als jedes Müllfahrzeug.
Gefühlt ist hier kein Durchkommen. Alex steigt aus, besichtigt die nächsten hundert Meter zu Fuß. Dann setzt er den LKW zum Wenden zurück und navigiert dabei die Hinterachse gesondert via Fernsteuerung. Mir steht vermutlich der Schweiß auf der Stirn, Alex lacht mich aus. Der Volvo erlaubt dank modernster Technik allzeit Rundumsicht und feinste Navigation – zumindest denen, die ein solches Monster zu Fahren verstehen. Ich habe noch nicht zu Ende gestaunt, da stehen wir schon vor dem Einfamilienhaus der Familie Rath im beschaulichen Gudensberg,
Bei Familie Rath ist alles vorbereitet. Flugs ist die Heizung besichtigt und sind die Schläuche verlegt. Während des Einblasens haben wir Zeit zum Gespräch, Familie Rath reicht Kaffee und Weihnachtsplätzchen. Sie hatten die alljährliche Pellet Bestellung über umfangreichen Urlaubsvorbereitungen einfach vergessen und sind nun sichtlich erleichtert, dass wir sie auf der heutigen Tour kurzfristig dazwischenschieben konnten. Den „Aufpreis“, ein schönes Foto vor dem neuen vollelektrischen Sattelzug, „zahlen“ sie gern (siehe Foto).
Kaum haben wir uns verabschiedet beginnt die Show erneut. Nun navigiert Alex den Sattelzug vermutlich 150 Meter rückwärts zwischen den parkenden Fahrzeugen hindurch. Die Hälse der zuschauenden Anwohner werden immer länger. Und während ich noch staune, vervollständigt er das Lieferprotokoll und tippt die nächste Adresse ins Navigationssystem. Weiter geht die Tour, endlich wieder im Vorwärtsgang. Doch meine Mitfahrt endet, einem üblen Hexenschuss geschuldet, leider früher als geplant.
Trotzdem, ich habe genug gehört, gesehen und erlebt, um einen ersten eigenen Eindruck vom neuen Lieferfahrzeug zu gewinnen und hier schildern zu können. Und sie werden es gemerkt haben, ich bin gleichermaßen beeindruckt wie begeistert vom neuen E-Sattelzug.
Zwar kann es im Momente aus logistischen noch keine Gewähr geben, die eigene Bestellung tatsächlich mit dem Stromer geliefert zu bekommen. Aber natürlich liefert Freytag seine Börde Pellets künftig auch nach Nordhessen bevorzugt mit dem neuen E-Volvo aus. Sie dürfen gespannt sein.
Text und Fotos: Martin Schuler, Dezember 2024
Pellets Preis 2014-2024
/von Martin SchulerInformative Werksbesichtigung in Warburg
/von Martin SchulerMitglieder unserer Einkaufsgemeinschaft bei der informativen Werksbesichtigung in Warburg-Hohenwepel Anfang Juli 2022. Text und Foto: M.Schuler
Auf Einladung der Einkaufsgemeinschaft besuchten am Samstag 20 interessierte Holzpellets-Heizer das Pelletswerk der Firma Freytag in Warburg-Hohenwepel. Juniorchef Christoph Freytag führte die Besuchergruppe durch die Warburger Produktion und beantwortete geduldig die vielfältigen Fragen der Besucher. Lediglich die häufigste aller Fragen, wann denn die Preise endlich wieder sinken werden, konnte auch Christoph Freytag nicht beantworten: „Die Preise für Energie und Rohstoffe sind extrem gestiegen, die Lieferwege sind länger geworden, das schlägt sich alles im Pellets Preis nieder“. Gute Nachrichten hingegen in Sachen Versorgungssicherheit: „Den steigenden privaten Bedarf durch die vielen Heizungsumsteller werden wir mittel- und langfristig zu Lasten der verstromenden Industriekundschaft bedienen.“
20 Holzpellets-Heizer sowie Christine und Dirk Lebon (Lebon GmbH) nutzen die Gelegenheit, sich über den Produktionsprozess ihres umweltfreundlichen Heizmaterials zu informieren. Rund 40.000 Tonnen der kleinen Holzpresslinge produziert das Warburger Familienunternehmen pro Jahr nach ENplus Standard, die unter dem Markennamen “Börde-Pellets“ vermarktet werden. Dafür verwendet man längst nicht mehr nur noch Sägeabfälle („daraus alleine lässt sich die Nachfrage nicht mehr bedienen“) sondern auch zweitklassiges Stammholz, das für Bauwirtschaft und Möbelindustrie nicht geeignet ist. Das Langholz wird geschreddert, gemahlen, getrocknet und dann durch eine Matrize zu Holzpellets verpresst. Metalle werden auf der Transportstrecke ins Lager zuverlässig ausgesondert. Der allfällige Staub fällt auf der Rüttelstrecke aus und wird als wertvoller Rohstoff wieder der Produktion zugeführt.
Stolz ist man bei Freytags darauf, dass man auch die für die Produktion notwenige Mengen Strom und Prozesswärme zu 100% aus Photovoltaik und eigenen Pellets gewinnt. Die Waldarbeit und der Holzhandel, die ursprünglichen Geschäftsfelder der Jürgen Freytag GmbH, haben im Laufe der Jahre zu Gunsten der Pellet Produktion zusehends an Bedeutung verloren.
Erste Pellets-Lieferung nach Breuna
/von Martin SchulerKaum gegründet, hat unsere Einkaufsgemeinschaft für Holzpellets ihre Arbeit auch schon aufgenommen: Petra Demel und Roland Vogt, Pelletsheizer aus Breuna-Oberlistingen, waren bereit, das „Risiko“ unserer ersten Belieferung auf sich zu nehmen und dabei Pellets und Service unseres ersten westfälischen Herstellers und Lieferanten, der Firma Freytag (Börde Pellets) in Warburg-Hohenwepel, zu testen.
Christoph Freytag (Börde-Pellets, Warburg), Martin Schuler (Koordinator EKG) gemeinsam mit Petra Demel und Roland Vogt bei der ersten erfolgreichen Belieferung der EKG für Westfalen und Südniedersachsen.
Zum Auftakt der neuen Kooperation fanden sich Christoph Freytag (Börde-Pellets, Warburg) und Martin Schuler, Initiator der neuen Einkaufsgemeinschaft für Holzpellets für Ostwestfalen und Südniedersachsen, zur Erstbelieferung in Breuna ein. Im Haus der Familie Vogt-Demel versorgt ein Fröhling Dual mit 28kw, ein Kombikessel für Holzpellets und Scheitholz, den sanierten Altbau und alle Anbauten, insgesamt 550qm Wohn- und Wirtschaftsfläche, seit 2014 mit Heizungswärme und Warmwasser.
In Sachen Pellets ist Roland Vogt ein erfahrener Kunde: Vom Heizen mit Holz bzw. Holzpellets ist er begeistert. Allerdings hat ihn – wiederholt – der Service anderer Lieferanten enttäuscht. Geärgert hatte ihn vor allem, dass bei früheren Belieferungen der Staub aus dem Pelletslager buchstäblich durch alle Ritzen in die Wohnräume drang. „Das kann bei ordnungsgemäßer Belieferung mit einem modernen Lieferfahrzeug nicht mehr passieren“, versichert Christoph Freytag, der als Junior-Chef des Familienbetriebes in Warburg-Hohenwepel für die Vermarktung der „Börde Pellets“ verantwortlich ist. „Wir blasen mit minimalem Druck ein und saugen den kleinen Rest unvermeidlichen Staubes während des Einblasens wieder effektiv ab“.
Christoph Freytag weiß wovon er spricht. Regelmäßig liefert er noch selbst Pellets an die Kunden aus.
Dank innovativer Steuerungstechnik haben Fahrer und Kunde jederzeit einen Überblick über die Parameter der Belieferung.
Fahrer Alexander Rung erklärt Roland Vogt alle Belieferungsschritte im Detail.
Dabei haben die Warburger verstanden, dass zu einem optimalen Service eben auch Sorgfalt und Transparenz gehören, nicht nur ein Belieferungsprotokoll. Pellets-Fahrer Alexander Rung jedenfalls nutzt die Einblaszeit oft dazu, den Kunden den Einblasvorgang entlang der digitalen Anzeigen am Fahrzeug zu erklären. Das macht sogar Spaß, denn dank innovativer Steuerungstechnik haben Fahrer und Kunde jederzeit einen Überblick über die Parameter der Belieferung. Im Ergebnis: Keine geschredderten Pellets, kein Staub – und ein rundum zufriedener Kunde.
Am Rande der Belieferung begründet Christoph Freytag auch die Motive der Zusammenarbeit mit einer Einkaufsgemeinschaft. „Natürlich verkaufen wir als Pellets-Produzenten unsere Pellets am liebsten direkt und möglichst profitabel. Aber Martin Schulers stark regionalisiertes Konzept einer Zusammenarbeit in einer verlässlichen Gemeinschaft, hat mich sofort begeistert. Im Endeffekt profitieren Kunde, Lieferant und Produzenten: Kurze Wege, geringe Kosten, minimaler CO2-Verbrauch. Das nachhaltige Drängen auf eine in der Praxis verbraucherfreundliche Energiewende, das Martin Schuler mit seiner Einkaufsgemeinschaft verbindet, fordert uns als Hersteller wie Lieferant. Das gefällt mir sehr gut.“
Holzpellets-Einkaufsgemeinschaft für Westfalen und Südniedersachsen gegründet
/von Martin SchulerGute Nachrichten für alle Holzpellets-Heizer in Westfalen und Südniedersachsen: Ab sofort können auch SIE über unsere Einkaufsgemeinschaft, kurz EKG, gleichermaßen erstklassige wie kostengünstige Pellets aus nachgewiesen regionaler Produktion gemeinsam einkaufen. Die neue Einkaufsgemeinschaft setzt auf Unterstützung und Erfahrung der befreundeten nordhessisch-thüringischen Pellets-Einkaufsgemeinschaft, über die bereits fast 1.000 Pelletsheizer günstige Pellets einkaufen. Entsprechend sollen nun auch Pelletheizer in Westfalen und Südniedersachsen die Gelegenheit erhalten, gemeinsam günstiger Holzpellets einzukaufen.
Neben der Vermittlung günstiger Pellets, berät das Team der EKG jeden Mittwoch von 13-18 Uhr auch Pellets-Interessierte, unentschlossene Heizungs-Umsteller, Handwerker, Hausmeister und Hausverwaltungen kostenlos in allen Fragen rund um das Heizen mit Holzpellets.